Kirschenzeit

So stolz und mächtig liegt er da, der Berg,

 

in Nebel eingehüllt ruht still ein Tal.

 

Seh nicht die Hand vor Augen, keinen Weg,

 

vor überschäumend´ Sehnen klopft mein Herz.

 

Dein Name hallt in mir, entfacht die Glut

 

und ich vergess die Angst für alle Zeit.

 

 

 

Was mich erwartet ist die Sonnenzeit,

 

ganz himmelnah, bin ich erst auf dem Berg.

 

In meinen Adern spür ich schon die Glut,

 

sie lockt und führt mich durch das dunkle Tal.

 

Zu dir, du meine Schöne, du mein Herz,

 

denn nur für dich mach ich mich auf den Weg.

 

 

 

So viele Schatten säumen diesen Weg,

 

sie zu umgehen kostet sehr viel Zeit.

 

Und gerade deshalb hör ich auf mein Herz,

 

weiß doch du wartest oben auf dem Berg.

 

Auf geradem Weg durchquere ich das Tal

 

und fürcht´ nicht Teufel oder Höllenglut.

 

 

 

In keinem Eis der Welt verlischt die Glut

 

und niemand wird mich hindern diesem Weg

 

zu folgen, der mich lenkt durch Hoffnung´s Tal.

 

Ein Traum begleitet mich die ganze Zeit,

 

wird die Erfüllung finden auf dem Berg

 

und Glück wird Einzug halten in mein Herz.

 

 

 

Doch manchmal scheint so mutlos mir das Herz,

 

es flattert angstvoll unter Aschenglut.

 

Fühl mich so klein vor diesem großen Berg,

 

seh nur die Hindernisse auf dem Weg.

 

Verliere mich in dieser Regenzeit

 

und irre hilfesuchend durch das Tal.

 

 

 

Nur deine Liebe hellt es auf, das Tal.

 

Denk ich an dich, dann weitet sich mein Herz.

 

Und endlich ist es wieder Kirschenzeit,

 

aus kalter Asche hebt sich wärmend` Glut.

 

Weist mir und meinem Traum den rechten Weg,

 

trägt mich auf Feuerflügeln auf den Berg.

 

 

 

Und ist der Berg auch hoch und tief das Tal,

 

den Weg zu dir zeigt mir mein liebend Herz,

 

dass voller Glut mich trägt durch kalte Zeit.

 


Was mich seit Tagen quält ...

Was mich seit Tagen quält ist diese Hitze,

 

sie hat sich festgekrallt in meinen Räumen.

 

Bin wie gelähmt und gebe zu, ich schwitze.

 

 

Schweiß quillt aus jeder Pore, jeder Ritze,

 

von kühlend Winden bleibt mir nur zu träumen.

 

Denn schon seit Tagen quält mich diese Hitze.

 

 

Ihr glaubt mir nicht, doch mach ich keine Witze.

 

Läg lieber unter Schatten spendend Bäumen,

 

doch bin gelähmt und gebe zu, ich schwitze.

 

 

Der Sommer treibt es diesmal auf die Spitze,

 

denkt vorerst nicht daran den Platz zu räumen.

 

Quält mich seit Tagen schon mit dieser Hitze.

 

 

Denn ob ich stehe, gehe, oder sitze,

 

das Wetter lässt mich allerhand versäumen.

 

Bin wie gelähmt und gebe zu, ich schwitze.

 

 

Mir fehlen Worte, sämtlich Geistesblitze.

 

Sogar die Kraft fehlt, um vor Wut zu schäumen.

 

Was mich seit Tagen quält ist diese Hitze,

 

bin wie gelähmt und gebe zu, ich schwitze.

 

 

 

Villanelle

 


Die Burg

Vor Jahr und Tag entstand auf hohem Fels,

 

von Menschenhand gebaut aus hartem Stein,

 

dem Schutz des Königs dienend eine Burg.

 

Sie sollte überleben alle Zeit.

 

Und über allem ragte hoch ein Turm,

 

als Zeichen dieses einen Königs Macht.

 

 

An sich gerissen hatte er die Macht,

 

und thronte nun dort oben auf dem Fels.

 

Die Sicherheit bot ihm der schwarze Turm.

 

Mit Schweiß versetzt war jeder Mauerstein.

 

Zur Muße blieb ihm dort wohl keine Zeit,

 

denn dunkle Wolken lagen auf der Burg.

 

 

Es brachen fremde Krieger auf zur Burg,

 

bereit im Kampf zu sterben für die Macht.

 

Der Hunger quälte sie, es wurde Zeit,

 

so stürmten sie hinauf zum hohen Fels

 

mit ihren Lanzen, brachen Stein um Stein.

 

Und Todesglocken klangen aus dem Turm.

 

 

Des Königs Volk, es suchte Schutz im Turm,

 

in ihren Trümmern lag die stolze Burg.

 

Mit rotem Blut getränkt war jeder Stein,

 

gebrochen war des eitlen Königs Macht.

 

Und grauer Morgen kriecht hinauf zum Fels,

 

enthüllt das ganze Ausmaß mit der Zeit.

 

 

Zum Leben blieb dem Volke keine Zeit,

 

der König ließ es nicht in seinen Turm.

 

Zerstreute Glieder lagen auf dem Fels,

 

und schwarze Raben kreisten um die Burg.

 

So kamen fremde Krieger an die Macht,

 

und nahmen fest entschlossen jeden Stein.

 

 

So liegt bis heute noch ein schwerer Stein,

 

vor Mauern die zerstört für alle Zeit.

 

Er dient als Mahnmal viel zu großer Macht,

 

verschloss den Eingang fest zum schwarzen Turm.

 

Zum Kerker wurd´ dem König seine Burg,

 

man hört ihn nachts noch klagen dort am Fels.

 

 

 

Erhaben auf dem Fels, gebroch´ner Stein,

 

so steht die Burg noch heut und trotzt der Zeit

 

Und einzig zeugt der Turm, von alter Macht.

 

 

Sestine

 


Sommerlaunen

Du steckst mich an mit Sommerlaunen,

 

jagst durch die Wiesen wie ein Kind.

 

Ich steh am Rande, kann nur staunen.

 

Du steckst mich an mit Sommerlaunen.

 

Hör selbst am Abend dich noch raunen,

 

wenn längst die Vögel stille sind.

 

Du steckst mich an mit Sommerlaunen,

 

jagst durch die Wiesen wie ein Kind.

 

 

Triolett